Comicartiger Roadtrip durch die Niederlande mit Auto, Omafiets, Rotterdam-Skyline, Windmühle und Nordsee

Niederlande 2026 – Rotterdam, Utrecht, Den Haag und eine ordentliche Portion Käse

Dieses Jahr ging es für ein paar Tage in die Niederlande.

Unser Ausgangspunkt war eine Ferienwohnung an der Rottekade bei Bergschenhoek. Von dort aus haben wir Utrecht, Rotterdam, Den Haag und Scheveningen erkundet – mit Auto, Metro, Straßenbahn und vor allem zu Fuß.

Und zu Fuß waren wir ziemlich viel unterwegs. Im Schnitt kamen wir auf ungefähr 13 Kilometer pro Tag. Da kommt am Abend dann doch einiges zusammen. 😃

Utrecht – guter Start in die Reise

Auf dem Weg zur Unterkunft haben wir zunächst einen Zwischenstopp in Utrecht eingelegt. Das Auto haben wir am P+R Westraven abgestellt und sind mit der Straßenbahn ins Zentrum gefahren. Für die zwei bis drei Stunden, die wir dort hatten, war das eine ziemlich unkomplizierte Lösung.

Utrecht hat uns beiden direkt gut gefallen. Die Stadt ist nicht so groß und modern wie Rotterdam, hat dafür aber deutlich mehr von diesem niederländischen Stadtbild, das ich mir vor der Reise eigentlich vorgestellt hatte. Wir sind an der Oudegracht entlanggelaufen, durch die Gegend um Vredenburg und haben uns natürlich auch die riesige Fahrradstation angeschaut.

Gerade die Oudegracht mit ihren tieferliegenden Uferbereichen, den Cafés und kleinen Geschäften hat uns gut gefallen. Überhaupt hatte Utrecht für uns eine angenehme Mischung aus lebendiger Stadt und etwas gemütlicherer Atmosphäre. Wir waren nur ein paar Stunden dort, aber ich hätte mir gut vorstellen können, noch einen ganzen Tag dranzuhängen.

Rottekade, Omafietsen und Schafe

Unsere Unterkunft lag an der Rottekade bei Bergschenhoek. Vor der Wohnung standen zwei Omafietsen, die bereits im Preis enthalten waren. Die Idee fanden wir eigentlich ganz nett und am ersten Abend haben wir sie auch ausprobiert.

Wir sind damit bis zur Metrostation Binnenhof und wieder zurück gefahren. Viel Spaß gemacht hat es allerdings nicht. Die Fahrräder waren ziemlich schwergängig und die Strecke dadurch überraschend anstrengend. Danach haben wir die Räder eigentlich nicht mehr benutzt.

Stattdessen sind wir viel gelaufen und haben für die längeren Strecken Metro und Straßenbahn genommen. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Besonders interessant fand ich aber auch die Umgebung direkt an der Rottekade. Dort sind wir unter anderem an Schafen vorbeigekommen, die am Ufer der Gracht standen und dort offenbar als natürliche Rasenmäher eingesetzt wurden.

Rotterdam – irgendwie am Reißbrett entstanden

Rotterdam war für mich wahrscheinlich die interessanteste Stadt der Reise. Die Stadt wirkt an vielen Stellen tatsächlich so, als wäre sie am Reißbrett geplant worden.

Das ist auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Nach der weitgehenden Zerstörung der Innenstadt im Zweiten Weltkrieg wurde Rotterdam nicht einfach wieder so aufgebaut, wie es vorher gewesen war. Stattdessen wurde die Stadt mit großen Verkehrsachsen, neuen Baublöcken und einer deutlich moderneren Stadtstruktur neu geplant.

Genau diesen Eindruck hatte ich auch beim Herumlaufen: Viele Mehrfamilienhäuser und Wohnblocks, dazwischen Reihenhäuser, breite Straßen und gleichzeitig an vielen Stellen neue Bauprojekte. Dazu die ziemlich konsequente Trennung von Fahrrad- und Autoverkehr. Fahrräder haben ihre eigenen Wege und sind dadurch tatsächlich ein ganz normaler Bestandteil des Verkehrs.

Natürlich haben wir uns auch die bekannteren Sachen angeschaut: Markthalle, Kubushäuser, Erasmusbrug und den Hafen. Aber genauso interessant fand ich die vielen kleineren Geschäfte und Second-Hand-Läden. Wir waren nicht auf der Suche nach irgendwelchen Designerklamotten, sondern eher nach normaler Streetwear, Nike, Adidas und ähnlichem.

Ein Laden ist dabei besonders hängen geblieben: Kilo Kilo Vintage. Dort wird Second-Hand-Kleidung tatsächlich nach Gewicht verkauft. Man sucht sich seine Sachen zusammen und bezahlt am Ende entsprechend dem Gewicht. Ich bin mit einem Pullover wieder raus, der mich ganze 22,38 € gekostet hat. 😃

Was mir in Rotterdam und später auch in Den Haag immer wieder aufgefallen ist: Es gibt unglaublich viele kleinere Läden und Cafés. Kaum diese typischen deutschen Einkaufsmeilen, die aus einer Kette nach der anderen bestehen und dazwischen mit Leerstand glänzen. Stattdessen viele unterschiedliche kleine Geschäfte und erstaunlich volle Cafés.

Nach zwei Tagen hatten wir von Rotterdam allerdings auch das Gefühl, schon ziemlich viel gesehen zu haben. Für uns war damit das meiste Interessante abgearbeitet.

REMASTERED – Spirit of Japan

Einen Tag mit besonders schlechtem Wetter haben wir dann für REMASTERED Rotterdam genutzt. Wir hatten die Japan Tour – Spirit of Japan gebucht. Die Ausstellung ist eine immersive audiovisuelle Erfahrung direkt unter der Erasmusbrug. (Remastered)

Das war eine ganz gute Abwechslung zum normalen Sightseeing. Statt durch die Stadt zu laufen, ging es in eine immersive Ausstellung mit Projektionen, Musik und verschiedenen Szenen rund um Japan. Gerade bei dem Wetter war das eine gute Entscheidung.

Den Haag – nicht ganz unser Fall

Danach ging es nach Den Haag. Meine Begleitung kannte die Stadt bereits von einem früheren Besuch, für mich war sie neu.

Wir sind durch die Innenstadt gelaufen, waren in der Passage, haben bei Kilo Kilo gestöbert und sind auch am Palast vorbeigekommen. Trotzdem hat mich Den Haag nicht so richtig abgeholt. Gerade die Innenstadt wirkt an vielen Stellen ziemlich stark von Glas- und Bürogebäuden geprägt. Vielleicht haben wir auch einfach nicht die richtigen Ecken erwischt, aber im Vergleich zu Utrecht und Rotterdam fehlte mir etwas der Charme.

Ein schöner Zwischenstopp war dafür das Filtro Café. Wir waren dort zusammen und uns hat das Café gut gefallen. Ich hatte einen Filterkaffee und einen Caramel Cheesecake. Der Kaffee wurde in einem kleinen Glaskännchen serviert, oben darauf eine kleine Schale, die man abnimmt und aus der man den Kaffee anschließend trinkt. Der Kaffee war wirklich lecker. Filtro ist tatsächlich auf Filterkaffee bzw. Kalita Pour-over spezialisiert. (coffeebar.filtro-cafe.nl)

Der Caramel Cheesecake war allerdings das, was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Der war unglaublich cremig – so eine Konsistenz hatte ich bei einem Käsekuchen tatsächlich noch nie.

Scheveningen – Strand, Pier und Beachclubs

Von Den Haag aus ging es anschließend weiter nach Scheveningen. Meine Begleitung kannte Scheveningen ebenfalls schon, für mich war es neu.

Mich hat vor allem die Strandpromenade mit dem breiten Strand beeindruckt. Dazu kommen die vielen Beachclubs und Bars direkt im Sand. Teilweise stehen dort richtig viele Tische und Sitzplätze, manche sogar mit einem Feuer in der Mitte. Bei unserem Wetter konnte man das auch gut gebrauchen.

Besonders warm war es während der Reise nämlich nicht. Immer wieder gab es Regenschauer und teilweise sogar Gewitter. Trotzdem war in Scheveningen einiges los.

Wir sind bis zum Pier gelaufen. Dort gibt es neben dem Riesenrad auch den langen Steg hinaus ins Meer und am Ende einen Turm, von dem sich einige Leute beim Bungee-Jumping in die Tiefe stürzen. Für mich wäre das definitiv nichts. 😄 Das Riesenrad haben wir uns ebenfalls nur angeschaut.

Scheveningen hat mir persönlich besser gefallen als Den Haag. Der breite Strand, das Meer, die Promenade und die vielen Beachclubs geben dem Ort einfach eine ganz andere Atmosphäre.

Second Hand, kleine Läden und immer was los

Was sich eigentlich durch die gesamte Reise gezogen hat, waren die vielen Second-Hand-Läden, kleinen Shops und Cafés.

Wir haben in Utrecht, Rotterdam und Den Haag immer wieder solche Läden entdeckt. Gerade die Mischung fand ich interessant: nicht nur die großen bekannten Marken, sondern kleine Geschäfte mit ganz unterschiedlichen Angeboten.

Und überall schien etwas los zu sein. Besonders die Cafés waren häufig gut besucht. Was mir dabei im Vergleich zu vielen deutschen Innenstädten aufgefallen ist: Es gab erstaunlich wenig Leerstand und nur selten diese typischen, austauschbaren Einkaufszentren oder komplett zugebauten Shopping-Passagen.

Stattdessen kleinere Läden, Cafés, Fahrräder und Menschen auf der Straße. Das hat mir ziemlich gut gefallen.

Gouda – Käse muss natürlich sein

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Zwischenstopp in Gouda eingelegt. Der Grund war relativ schnell erklärt: Wir wollten Käse kaufen.

Wir haben zwei Käseläden besucht und uns dort verschiedene Sorten angeschaut und probiert. Besonders gesucht haben wir diese kleinen, ganzen runden Gouda-Laibe. Davon haben wir dann auch ein paar mit nach Hause genommen.

Danach sind wir noch ein bisschen durch die Altstadt gelaufen und haben uns den Markt mit dem Rathaus und die umliegenden Gassen angeschaut. Für einen kurzen Zwischenstopp auf dem Heimweg war Gouda damit genau richtig.

Und dann ging es mit dem Auto endgültig wieder nach Hause.

Fazit

Für mich war die Reise vor allem interessant, weil die Städte doch ziemlich unterschiedlich sind.

Utrecht hat uns beiden am besten gefallen. Die Stadt hat eine angenehme Größe, viel Atmosphäre und mit der Oudegracht eine wirklich schöne Ecke. Hier hätten wir problemlos noch länger bleiben können.

Rotterdam war für mich die interessanteste Großstadt. Die moderne, teilweise fast am Reißbrett geplante Stadtstruktur, die Architektur, der Hafen und die ziemlich konsequente Fahrradinfrastruktur haben mir gefallen. Gleichzeitig gibt es genug kleinere Läden und interessante Ecken, damit die Stadt nicht nur aus moderner Architektur besteht.

Den Haag war dagegen eher nicht unser Fall. Vielleicht lag es auch daran, dass meine Begleitung die Stadt schon kannte und wir deshalb nicht unbedingt alles noch einmal anschauen mussten. Für mich blieb jedenfalls weniger hängen als aus Utrecht oder Rotterdam.

Scheveningen war für mich dagegen eine schöne Überraschung. Der breite Strand und die Strandpromenade mit den vielen Beachclubs haben mir gefallen, auch wenn das Wetter nicht unbedingt zum Baden eingeladen hat.

Und dann waren da noch die 13 Kilometer pro Tag, die wir im Schnitt zu Fuß zurückgelegt haben. Das erklärt vielleicht auch, warum wir abends irgendwann froh waren, wieder in der Unterkunft zu sein. 😄

Und natürlich gab es zum Abschluss noch das, was bei einer Niederlande-Reise eigentlich nicht fehlen darf:

Käse. 🧀🇳🇱

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