GIGO: Warum deine KI nicht schlauer ist als deine Frage
Mal ehrlich: Wir alle hatten diesen Moment. Man tippt eine Frage in die KI, drückt voller Erwartung auf Enter und bekommt… tja, heiße Luft. Belanglose Sätze, die so auch in einer Glückskeks-Fabrik entstanden sein könnten. Bevor man dann die KI als „überbewertet“ abstempelt, sollte man sich an ein uraltes IT-Gesetz erinnern: GIGO — Garbage In, Garbage Out.
2 MinutenMüll rein, Müll raus
Das Prinzip ist so simpel wie gnadenlos. Eine KI ist kein Hellseher und kein magisches Orakel, das deine Gedanken liest. Sie ist im Grunde ein hochgezüchteter Spiegel deines eigenen Inputs. Wenn du sie mit vagen Schlagworten fütterst, spiegelt sie dir genau diese Unverbindlichkeit zurück.
Wer „Müll“ (ungenaue, faule Prompts) oben reinwirft, darf unten kein digitales Gold erwarten.
Hör auf zu googeln – fang an zu führen
Der größte Fehler? Die KI wie eine Google-Suchmaske zu behandeln. Google liefert dir Ergebnisse zu Begriffen. Eine KI braucht aber Anweisungen.
- Der „Müll“-Prompt: „Schreib was über IT-Sicherheit.“
- Das Ergebnis: Ein Text, der so spannend ist wie die Rückseite einer Cornflakes-Packung.
- Der Profi-Prompt: „Ich baue gerade mein Home-Lab auf Debian-Basis um. Analysiere mein Setup auf potenzielle Sicherheitslücken im Netzwerk-Stack und schlag mir drei Hardening-Maßnahmen vor, die meine Performance nicht killen.“
- Das Ergebnis: Echte Insights, mit denen du was anfangen kannst.
Sei der Architekt, nicht nur der User
Um die unendliche Wissensdatenbank der KI wirklich anzuzapfen, musst du vom passiven User zum Fragen-Architekten werden:
- Vergiss die Höflichkeit, gib Kontext: Die KI braucht keine netten Sätze, sie braucht Daten. Wer bist du? Was hast du vor? Welche Umgebung nutzt du (Netcup-Server? Localhost?)?
- Zuweisung einer Rolle: Sag der KI, wer sie sein soll. „Du bist jetzt mein Senior-Entwickler für Python“ klingt vielleicht albern, ändert aber das Ergebnis massiv.
- Hinterfrage alles: Die erste Antwort ist oft nur der Entwurf. Nutze die KI als Sparringspartner. „Warum schlägst du ausgerechnet diese Methode vor? Wo sind die Haken?“
Fazit: Die Kontrolle liegt bei dir
Die Welt des Wissens ist durch KI grenzenlos geworden, aber der Schlüssel dazu liegt in deiner Hand – oder besser gesagt, in deinem Prompt. GIGO ist eine Erinnerung daran, dass digitale Souveränität damit beginnt, die richtigen Fragen zu stellen. Wer präzise steuert, bekommt auch präzise Lösungen.
Aber wie immer sollte dabei auch der Datenschutz beachtet werden!

